Tagebucheintrag // Was tut noch weh

Tagebucheintrag

Milo Rau gewidmet

Die fehlende Empathie junger Männergruppen geht Hand in Hand mit dem Fehlen müder Engel. Mit den anderen beiden Händen trugen sie Säbel und Pfeife. Manch fataler Trottel stellt sich noch immer in die Landschaft (nachdem die Gräser verdorrt sind, in denen sich seine Füße im Lauf hätten verfangen können) und deutet auf die Stelle, wo der Hochzeitsstrauß der beiden Toten ungefangen aufstieß. Niemand flüstert „Geschwister Geschwister das waren“. Anfang & Ende von Europa. Ein anderer malt ihn sich in bunten Mützen aus und lädt ihn ein, den Clown, in die nüchtern-gesoffene Runde. In der Ecke spielt die blühende Tochter ein Requiem. Im Nacken Papas Bibliothek, das Lächeln vor die Zähne gedrückt, Warten auf den Skandal. Jemand träumt laut DA MUSS MEHR TITTEN IN DIE SAITEN / DER SCHWANZ EINE PARTITUR. Also los. Das ist genauso gut, wie auf Armbergen zu sitzen und sich zu fragen, wie man all den Scheiß beerdigen soll, hier in meinem erlesenen Kongo. Wie, wenn nicht als Karikatur eines arbeitenden Menschen, der das schwarze Fleisch verbuddelt mit der Sorglosigkeit ohne Alter zu sein. Unter ihm Teile. Frau Bruder Kind; wie das Warten auf den anderen. Der (auch) nicht an Rettung glauben kann.

 

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